Schreiben – der Frust


Beim Schreiben ist wenig sicher. Viele Chancen tauchen auf, zeigen sich lockend am Horizont, nur um dann – häufig ohne ersichtlichen Grund – wieder zu verschwinden. Das gehört dazu, ist völlig normal und sicherlich kein Grund alles wieder hinzuschmeißen. Aber an manchen Tagen, wenn Stimmung schlecht ist, einfach nichts glatt läuft, dann können einen diese Frustrationen ganz schön runterziehen.
Auch auf die Gefahr hin zu jammern, möchte ich mir ein paar Beispiele von der Seele schreiben:

 

Frustrationen. Was haben wir denn da…? Da wäre, dass jemand aus dem “Profi-Lager” Interesse an meiner Arbeit zeigte, und plötzlich die Möglichkeit interessanter Kontakte wie die sprichwörtliche Karotte am Stöckchen vor meiner Nase baumelte. Nur kam dann nix mehr und der Eindruck drängte sich auf, dass es peinlich für beide Seiten wäre, das Thema noch einmal anzuschneiden.

Ein Verlag für den ich früher Beiträge für Rollenspiele geschrieben habe, macht sich nicht mal mehr die Mühe mich (oder vermutlich einen der anderen Autoren, die nicht mehr aktiv im Team sind) über Nachdrucke und Neuveröffentlichungen zu informieren. Geld und Belegexemplare gibt es erst recht nicht – das habe ich akzeptiert, auch wenn die rechtliche Lage bezüglich der Beiträge, die *vor* der Einigung über die pauschale Abfindung für die E-Book Weiterverwendung erschienen sind, sicherlich fragwürdig ist. Fürs Geld macht man sich die Arbeit eh nicht (wenn doch, würde man im Rollenspielbereich ganz schnell verhungern). Umso mehr würde es mich freuen, wenn der Verlag sich die Mühe machen würde, ein klein wenig Anerkennung zu zeigen, indem man die Autoren wenigstens informiert (und bei den strittigen Punkten) pro forma um ihr Einverständnis bittet.

In die gleiche Kerbe schlägt ein Erlebnis vor ein paar Wochen, als ein befreundeter Autor auf ein Gewinnspiel für eines seiner neuen Bücher hinwies. Auf der Website des (großen und bekannten) Verlages fand sich nicht nur das Gewinnspiel, sondern auch ein Interview mit dem Autor – geführt und veröffentlicht von yours truly. Alles sauber verlinkt und mit Quellen versehen. Also  eigentlich kein Problem, bloß… um Erlaubnis gebeten hatte mich vorher niemand. Eine E-Mail an den Verlag ergab:  interne Fehlkommunikation und Missverständnisse, man bat um Entschuldigung. Alles kein Ding, es war kein großer Artikel, und die weitere gute Zusammenarbeit mit dem Verlag stand im Vordergrund. Allerdings würde mich interessieren, wie der Verlag reagiert hätte, wenn ich einen Text ihrer einfach mal so verwendet hätte? Sorry, hab’ ganz vergessen zu fragen. 😉

Paradox klingen mag das Fehlen von Ablehnungsschreiben. Warum man sich Ablehnungen wünscht? Weil es besser ist  zu wissen woran man ist, als das Gefühl zu haben, wie ein Idiot in einem schallgedämmten Raum zu rufen, in der Hoffnung dass man draußen gehört wird.
Es gibt Verlage, die bitten ausdrücklich um Mitarbeit, äußern in einem Vorgespräch auch Interesse am vorgeschlagenen Material, nur um dann überhaupt nicht mehr zu reagieren, wenn man den fertigen Beitrag einschickt.
Ich bin nicht naiv und weiß, dass die Mitarbeiter von Verlagen jede Menge um die Ohren haben. Darum fielen meine Nachfragen auch höflich und sachlich aus (“Hatten Sie schon Zeit, sich das Material anzusehen?”). Diese Nachfragen wiederholte ich auch nicht täglich, sondern alle paar Wochen, ich will schließlich niemandem auf die Nerven gehen. Irgendwann habe ich es dann gelassen, denn gar keine Antwort ist auch eine Antwort. Ich weiß, dass mir weder das Universum noch die Verlage dieser Welt etwas schulden. Ich weiß, dass ich nicht der einzige Autor bin, der mit seinen tollen Ideen um Aufmerksamkeit bettelt.
Doch wenn bereits eine Arbeitsbeziehung besteht, oder bereits Interesse geäußert wurde, dann ist es doch nicht zu viel verlangt, wenigstens mit einer kurzen E-Mail zu reagieren. Selbst wenn es eine Ablehnung ist. Ich kann damit umgehen, und habe auch noch nie versucht, eine solche “wegzudiskutieren”, oder habe eingeschnappt reagiert. So wie ich respektiere, dass Verlagsmitarbeiter harte Arbeit leisten, würde ich mir wünschen, dass meine Arbeit respektiert wird. Und sei es nur durch die Höflichkeit einer Absage.

Deadlines. Ich liebe sie. Nicht! Ganz ehrlich, mir geht es da wie Douglas Adams. Deadlines sind furchtbar, aber nützlich, keine Frage. Nicht bringt den trägen Hintern so in Bewegung wie eine drohende Deadline. Besonders eine *vage* Deadline. Man stelle sich folgende Situation vor: Eine nicht ganz unbekannte Person lobt einen Wettbewerb aus. Die Jury besteht aus ganz anderen Leuten, und bei allen Informationen fehlt ein wichtiger Punkt: der Einsendeschluss. Also, schnell nachgefragt und die Antwort lautet: So, um den ersten März rum würde man gerne den Gewinner verkünden, also sollte der Beitrag bis dann da sein.
Okay, Herausforderung akzeptiert: Hinsetzen, Material übersetzen, überarbeiten, Formulare ausfüllen, Fehler korrigieren, und schließlich zwei Pakete für den Auslandskurierdienst fertig gemacht. (Was wiederum auch nicht so ganz billig war.) Anschließend saß ich vor dem Rechner aktualisierte die Sendungsverfolgung gefühlt fünfmal pro Minute, bis ich sah, dass die Umschläge rechtzeitig angekommen waren.
Seitdem heißt es warten, denn offensichtlich hat es mit der selbstgesteckten Deadline nicht ganz geklappt.
Ich beschwere mich nicht, schließlich hat mich niemand gezwungen an der Ausschreibung teilzunehmen. DAS MACHT DAS VERDAMMTE WARTEN ABER NICHT EINFACHER! 😉

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