1/2 Schreiben – Ein Bestandsaufnahme: Rückblick


Einer meiner Vorsätze bereits für das Jahr 2016 war es, dem Schreiben wieder mehr Raum in meinem Leben zu geben. Diesen Vorsatz konnte ich unverändert ins Jahr 2017 übernehmen, das ja nun auch schon bald wieder “Halbzeit” hat. Zeit für eine Bestandsaufnahme.

Ich bemühe mich dem Prozess des Schreibens selbst mehr Gewicht zu geben als einer eventuellen Veröffentlichung des Endergebnisses. Dennoch, ich schreibe nicht für die Schublade und würde lügen, wenn ich behauptete, dass Veröffentlichungen nicht meinem Ego schmeicheln würden.

In der letzten Zeit handelte es sich dabei vermehrt um ältere Texte, die auf die ein oder andere Art wieder aufgelegt wurden:

Im Rollenspielbereich sind dies meine Beiträge über das “Tunguska-Ereignis” und über “Indien in den 1920ern” für die deutsche Ausgabe des Cthulhu Rollenspiels. Ich bin kein Mitglied des offiziellen Cthulhu-Autorenteams mehr, und so habe ich erst über die sozialen Medien von der Neuauflage von Terra Cthulhiania erfahren, in welchem sich mein Tunguska-Beitrag von 2007 befindet. Das fand ich etwas schade, aber nicht weiter tragisch. Eben jener Beitrag erschien vor ein paar Jahren auch auf Französisch und genau das passiert nun auch mit dem Text über Indien, den ich zusammen mit Tim Scharnweber verfasste. Der Kampagnenband “Die Bestie” kommt dieses Jahr beim Verlag Sans Detour heraus. Das Design der französischen Bücher sieht sehr ansprechend aus, finde ich.

Erzählerisches: Als fast schon unheimlichen Zufall empfand ich es, als sich aus

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Mein Belegexemplar von DAEDALOS #3 von 1995 habe ich immer noch.

heiterem Himmel Ellen Norten, die Witwe des Verlegers Hubert Katzmarz bei mir meldete. Zusammen mit Szene-Größe Michael Siefener plane sie eine Anthologie mit Geschichten aus der legendären Phantastik-Zeitschrift DAEDALOS, in der ich Mitte der 1990er mit einem Beitrag vertreten war. Eben jenen, nämlich die Kurzgeschichte “Der Puppenspieler” wollte Ellen Norten für die Anthologie. Unheimlich daran war, dass ich just zu diesem Zeitpunkt an einer Kurzgeschichte arbeitete, die man als eine Art “Fortsetzung” des Puppenspielers bezeichnen kann.
Natürlich stimmte ich einer Veröffentlichung zu, und das Buch wird vermutlich im Laufe des Jahres im Verlag p.machinery erscheinen. Die Geschichte selbst hat ihren Schwächen – ich war damals jung und unerfahren. Doch die Veröffentlichung in DAEDALOS bedeutete mir viel, denn das war damals eine der ersten Adressen für Phantastik in Deutschland. Anschließend wurde der “Puppenspieler” in der Musik-Zeitschrift THE GOTHIC GRIMOIRE (herausgegeben von Jörg Kleudgen) und mindestens an zwei weiteren Stellen online veröffentlicht. Nach “Taxidriven” hat sie damit nicht nur die vermutlich höchste Auflage erlebt, sondern war auch meine erste Veröffentlichung in einem “professionellen” Medium. (Geld gab’s nicht, aber immerhin war eine ISSN auf dem Cover. ;-))

Verschiedenes: Schon länger her sind diese Beiträge für verschiedene Blogs: So war es mir eine große Freude nach beinahe 20 Jahren wieder zusammen mit Andreas Schweitzer unter dem Dach der Rubrik “Häxler” eine Rezension zu veröffentlichen. Etwas, das sich demnächst hoffentlich wiederholen wird.
Ebenfalls schon im letzten Jahr veröffentlichte ich eine Rezension über die amerikanische Hörbuch-Fassung von Arkadi und Boris Strugatskys “Roadside Picnic” auf SFF Audio, einer Website, für die ich seit rund zehn Jahren hin und wieder mal einen Beitrag verfasse. (TLDR: Das Hörbuch ist klasse!)
Auch noch 2016 verfasst, aber noch nicht veröffentlicht, habe ich einen kurzen Artikel über den deutschen SF-Autor Carlos Rasch, der in Brasilien geboren wurde. Wie so viele meiner anderen Kontakte aus der schreibenden Zunft, kenne ich den brasilianischen SF-Autor und Herausgeber Roberto de Sousa Causo noch von der Arbeit für mein Fanzine GRIMOIRE. Roberto hat vor einiger Zeit sein eigenes Zine wiederbelebt, PAPERA UIRANDE. Fanzines sind wichtig, Blogs hin oder her, daher freut es mich ganz besonders, etwas dazu beitragen zu können. Ein Veröffentlichungstermin steht aber noch nicht fest – Fanzines waren schon immer unpünktlich in ihrer Erscheinungsweise, und sind eben dann fertig wenn sie fertig sind.

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Aachen Horror: Keine Veröffentlichung von mir im engeren Sinne, aber die Dissertation, die Anlass und Grundlage meines ehemaligen “Geheimprojekts” Aachen Horror war, ist Ende 2016 erschienen. Gero Herkenrath hat mir freundlicherweise ein Exemplar seiner Doktorarbeit “Designing Location Based Games” zukommen lassen. Der komplette Text, den ich verfasst habe, ist dort zwar enthalten, aber es gibt ausführliche Beschreibungen und Zusammenfassung der Konzepte und Spielhandlung. Es war mir eine Ehre, Herr Doktor!

275bfde329d03b24f33f852f2c8a6be5Photographie: Und wo wir schon bei den ollen Kamellen sind, kann ich auch noch meine Veröffentlichung von zweien meiner Photographien erwähnen. Bereits Ende 2015 erschienen ist das wunderschöne Buch The Typewriter Revolution von Richard Polt. Richard erwähnt darin auch kurz meine Technik zum Manipulieren von Filmnegativen mit einer Schreibmaschine. Insgesamt zwei meiner Phot-O-Types sind abgedruckt. Wer sich für Schreibmaschinen im Besonderen oder analoge Technik und Philosophie im Allgemeinen interessiert, sollte bei diesem liebevoll gestalteten Buch unbedingt zugreifen.

Mit meinen Bildern tummele ich mich auf den Webseiten von Lomography.com, wo man mich vor einiger Zeit zu meiner liebsten Kamera befragte. Meine Gedanken zur Canon AE-1 und einige passende Bilder dazu finden sich hier: Weapon of Choice.

Nach all den alten Sachen, geht es demnächst weiter mit einem Blick auf meine aktuelle Situation, zumindest was das Schreiben betrifft, sowie einen Ausblick auf die kommenden Projekte.

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2 thoughts on “1/2 Schreiben – Ein Bestandsaufnahme: Rückblick

  1. Pingback: 2/2 Schreiben – Eine Bestandsaufnahme: Einblick und Ausblick | A Kraftwerk Orange

  2. Hi Carsten!

    Sorry, dass ich erst jetzt dazu gekommen bin, das hier genauer zu lesen. Junge, Junge, Gratulation zu den ganzen Veröffentlichungen. Ich sehe meine Wahl von damals, dich um Hilfe bei Aachen Horror zu bitten als bestätigt. Auch noch einmal vielen Dank dafür, und natürlich auch für die Erwähnung hier. Ich selber bin aus dem Bloggen ganz raus (naja, war ja nie wirklich drin), daher gibt es auf meiner Seite keinen Beitrag zu meiner Diss, irgendwie dämlich von mir.

    Es tut mir übrigens leid, dass dein kompletter Text es nicht in die Diss selbst geschafft hat, aber das wäre einfach zu viel gewesen. Rückblickend gesehen hätte ich das vielleicht mit dir absprechen sollen, aber es war ehrlich gesagt eine sehr schwere Zeit für mich, auch, weil ja für eine finale Umsetzung des Spiels auf technischer Seite letztlich die Ressourcen fehlten, so dass es bei Tests blieb. 😦 Deshalb habe ich das nicht ausreichend bedacht.

    Ich glaube einer weiteren Veröffentlichung des Materials stünde nicht wirklich etwas im Wege, von mir aus jedenfalls mal gar nicht. Man müsste das evt. mit dem Lehrstuhl noch klären, weil da ja das Geld her kam, aber wenn du möchtest kann ich da mal anklopfen.

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