Nützliche Apps für Analogphotographen – Teil 2: Lichtmessung


Vor einigen Wochen bloggte ich bereits über nützliche Apps für Filmphotographen. In der Zwischenzeit habe ich einige weitere nützliche digitale Helferlein für die analoge Photographie entdeckt.
Der Schwerpunkt liegt diesmal auf der Belichtungsmessung.
Belichtungsmesser für iOS und Android Geräte gibt es mittlerweile einige. Diese beruhen aber meist auf der Messung des reflektierten Lichts über die eingebaute Kamera des Geräts (die sogenannte Objektmessung). Wer mal gesehen hat wie aber z.B. bei Filmdrehs oder in der Modephotographie gearbeitet wird, der weiß dass die Profis einen Belichtungsmesser direkt an das zu messende Objekt halten. Hier wird also die tatsächlich auf das Objekt fallende Lichtmenge gemessen. Man spricht hier von Lichtmessung.
Bislang war dies nur mit speziellen Belichtungsmessern möglich, und die waren und die sind nicht eben billig. Aber auch hier lassen sich die Möglichkeiten moderner Mobilgeräte nutzen und so versuchen Luxi, Lumu und Incident Meter alle eine echte Lichtmessung über das Mobiltelefon wenn auch mit unterschiedlichen Ansätzen.

Luxi Light Meter ist für iPhone 4 und 5 erhältlich und arbeitet mit der internen Kamera des iPhone über die ein Aufsatz gestülpt wird, ähnlich wie man ihn von „richtigen“ Belichtungsmessern kennt. Die “Intelligenz” steckt also hauptsächlich in der dazu passenden App und nicht in der Hardware. Der Vorteil ist damit der vergleichsweise günstige Preis, der weit unter dem Neupreis selbst eines einfachen Belichtungsmessers bleibt. Der Nachteil ist aber dass die Hardware wirklich nur mit den entsprechenden iPhone Modellen funktioniert, da sie auf die Abmessung des Telephons abgestimmt ist und genau über der Kameraöffnung liegen muss. [Update: Seit einem Softwareupdate vom 08. August 2013 unterstützt die bereits erwähnte App Pocket Light Meter nun auch Messungen mit dem Luxi Diffusor]

Eine Alternative bietet Lumu. Wie Luxi suchte das Projekt eine Anschubfinanzierung über Kickstarter verfolgt aber einen anderen Ansatz. Statt die Hardware des Geräts zu nutzen steckt hier ein echter Sensor in dem edel gestalteten Stecker, der in den Kopfhöreranschluss des Telefons gesteckt wird. Der Vorteil liegt auf der Hand: Das Gerät ist somit theoretisch nicht auf eine bestimmte Mobiltelefonplattform beschränkt so lange ein 3,5mm Klinkenanschluss vorhanden ist. Weiterhin behaupten die Erfinder, dass die Messung durch die eigene Hardware weitaus genauer sei und auch dann noch funktioniere wenn die interne Kamera des Telefons aus Lichtmangel schlapp macht. Als nettes Detail kann man den kleinen Stecker auch als Anhänger um den Hals tragen und ein Lederetui gibt es auch noch dazu. Das sieht ziemlich hochwertig und cool aus, schlägt sich aber im Preis nieder. 129 Dollar soll Lumu kosten und liegt damit zwar immer noch unter dem Neupreis eines Einsteigermodells wie dem Gossen Digisix ist aber dennoch nicht mehr gerade ein Schnäppchen.

Wer es nun wirklich billig will, der kann doch wieder auf die Low-tech Variante zurückgreifen. Incident Meter heißt die App, die selber gar keine Messung erlaubt. Gemessen wird mit einem anderen Belichtungsmesser (etwas dem in der Kamera) und zwar nicht das Motiv selbst sondern jeweils seine dunkle und seine helle Seite mittels einer Graukarte. Sicherlich die am wenigstens praktische und ungenaueste Methode aber mit 89 Cent für die App auch die günstigste. (Einfache Graukarten gibt es im Photofachhandel für unter 10 EUR).

2 thoughts on “Nützliche Apps für Analogphotographen – Teil 2: Lichtmessung

  1. Wir haben den Lumu getestet und er funktioniert erstaunlich gut. Im Vergleich zu einem Sekonic Lichtmesser hatten wir nur eine minimale Abweichung. Diese Abweichung war aber so gering, dass man sie an sich vernachlässigen könnte.
    Gerade, wenn man einen Lichtmesser immer dabei haben möchte, eignet sich der Lumu sehr gut und ist auch ein günstige Alternativ zum Sekonic (ca. 400€).

  2. Ja, ich habe mir den Lumu mittlerweile auch zugelegt und kann nur sagen, dass es ein sehr gut gestaltetes Produkt ist, mit einer eben so gut gestalteten App.
    Vergleichstests bzgl. der Genauigkeit habe ich nicht anstellen können, aber was ich bisher gelesen habe ist diesbezüglich ziemlich positiv.

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