Science Fiction Trivia: Hugo Gernsback


ENGLISH VERSION BELOW

Hugo Gernsback als Pionier der Accessibility

Hugo Gernsback

Hugo Gernsback und sein “Physiophon”

Den meisten Leserinnen und Lesern dieses Blogs wird Hugo Gernsback ein Begriff sein. Nicht jeder wird aber mit Gernsbacks Leistungen als Erfinder vertraut sein und wissen, dass sich einige seiner Erfindungen zum Ziel hatten, körperliche Behinderungen zu mildern. Das macht ihn nicht nur zum Vater der Science Fiction sondern auch zu einem der Pioniere der Accessibility-Technologie.
 
Für diejenigen, die Hugo Gernsback doch nicht kennen, hier eine kleine Zusammenfassung seines Lebens und Werks:
Gernsback wurde als Hugo Gernsbach oder Gernsbacher (ich habe schon beides gelesen) 1884 in Luxemburg geboren und wanderte 1905 in die USA aus.
Dort arbeitete er zuerst als Elektroingenieur und war eine Größe in der Amateurfunkszene bevor er sich schließlich auch der Schriftstellerei und dem Verlegertum widmete.
Am meisten bekannt ist er aber sicherlich als “Vater der Science Fiction” und wenn er das Genre als solches vielleicht nicht erfand, so prägte er doch zumindest den Begriff Science Fiction, der damals auch noch genau diese Bedeutung hatte, nämlich erzählende Literatur mit wissenschaftlichen Themen. (Ja, liebe Star Wars Fans – George Lucas hat keine Science Fiction geschaffen, sondern ein Märchen das zufällig im Weltraum spielt! :-o)
Gernsback veröffentlichte zahllose Magazine, sowohl literarische als auch wissenschaftliche und auch wenn man hört, dass er nicht gerade der netteste und fairste Verleger war, so gilt er doch als einer der ganz Großen der Szene und mit dem HUGO ist einer der wichtigsten Genrepreise nach ihm benannt. (H.P. Lovecraft nannte ihn “Hugo die Ratte”, weil er öfters seine Autoren nicht bezahlte.)
So war ich denn etwas überrascht ihn in einem Buch von 1922 wiederzufinden und zwar mit einem seiner technischen Projekte. Das Neue Universum war eine Reihe von Jahrbüchern  Kinder und Jugendliche mit Geschichten, Artikeln und Bildern von wissenschaftlichen Entdeckungen, Abenteuern und Kuriositäten aller Art. Die Serie lief von 1880 (!) bis 2002 und mir fiel vor ein paar Jahren die 1922er Ausgabe in die Hände.
Ich fand Hugo in einem kurzen Beitrag über drei Erfindungen, die gehörlosen Menschen helfen sollten. Der Artikel behauptet, dass Gernsbachs (der Autor verwendet eine eingedeutschte Schreibweise auch bei “Neuyork” für New York) elektrische Maschine (“Physiophon”) in der Lage sei, Schall in elektrische Schwingungen umzuwandeln, die der Benutzer durch das Halten zweier Handgriffe körperlich spüren könne.
Leider konnte ich nicht herausfinden, ob das Gerät jemals kommerziell erhältlich war und ob es hielt was der Artikel versprach.

Hier der Originaltext des Artikels im Auszug:

Der dritte, “Physiophon” genannte Apparat, den wir auf der zweiten Abbildung erblicken, stammt aus Amerika. Er wurde von dem Elektriker H. Gernsbach in Neuyork erfunden und hat äußerlich viel Ähnlichkeit mit einer Vorrichtung zur Fernübertragung von Grammophondarbietungen, bei der jedoch die Schallkapsel durch eine äußerst empfindliche Mikrophonkapsel ersetzt ist, auf die der Aufnahmestift seine Schwingungen unmittelbar überträgt. Ferner sind an Stelle des Fernhörers zwei Handgriffe angebracht, ähnlich denen, die bei Elektrisiermaschinen üblich sind. Die verschiedenen Schwingungender Mikrophonmembran verursachen ein rhythmisches Prickeln in den Händen, das so genau wiedergegeben wird, daß man nach einiger Übung nicht nur die einzelnen Töne und die Melodie, sondern sogar die verschiedenen Instrumente unterscheiden kann. Aus diesem Grunde eignet sich der Apparat in gleicher Weise auch für hörende Menschen, indem die vom Ohr aufgenommenen Eindrücke dadurch daß sie dem gesamten Nervensystem mitgeteilt werden, bedeutend vertieft und verfeinert werden.

ENGLISH VERSION:

 Hugo Gernsback as an Accessibility Pioneer

Readers of this blog will most likely know who Hugo Gernsback was. But not all of you will be familiar with Gernsback’s engineering work and that some of his inventions were meant to overcome physical impairments making him not only the father of Science Fiction but also one of the pioneers of Accessibility technology.

In case you’re not familiar with who Hugo Gernsback was, here’s a short overview of hifs life and work:
Hugo Gernsback,was born as H. Gernsbach or Gernsbacher (I have seen both spellings) in 1884 in Luxemburg  and is probably best known for being the “father of Science Fiction”. In 1905 he came to the US where he worked as an electrical engineer and a broadcasting pioneer and a big figure in the amateur radio scene. He also started a career in writing and publishing. If he has not quite invented the genre he has at least coined the term and back in the day this still meant something: literary fiction with a scientifc topic. (Yes, dear Star Wars fans. George Lucas did not make Science Fiction he made fairy tales in space :-o)
Gernsback published countless magazines both scientific and literary and although it appears that he was not the nicest and fairest of publishers he is nevertheless often considered to be the Father of Science Fiction, and one of the most prestigious awards in the field is called HUGO after him. (H.P. Lovecraft called him “Hugo the Rat” because Gernsback sometimes did not pay his authors)
You can imagine that I was quite surprised to find him featured in a book from 1922 with one of his engineering endeavours. Das Neue Universum was a series of yearbooks for children with stories, articles and pictures of scientific inventions, adventures and oddities of all sorts. It ran from 1880 until 2002 (!) and I picked up a copy some years ago.
I found Hugo in a short article about three electrical inventions meant to help deaf people. The articles claims that Gernsbach’s (the author uses the Germanised spelling, also for Neuyork, i.e. New York) electrical machine “Physiophon” was able to pick up sound and turn it into electrical oscillations that the user of the machine could feel by holding the two handles in both hands. It goes on saying that with a bit of practice it was possible to differentiate even individual tones and instruments thus enabling the deaf to “feel” music. This opened up the potential use not only for the hearing impaired but also for people who wanted to add a haptic experience to their enjoyment of music.
Unfortunately, I could not find any news whether this invention was ever commercially available and to what extent the promised features were true.
For those of you who can read German I have added the original excerpt from the book above.

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